Oper und Konzerte in Rom




    I Capuleti e i Montecchi, Oper vonV. Bellini

    I Capuleti e i Montecchi, Oper vonV. Bellini

    Dank William Shakespeares zeitlosem Theaterstück weiß die gesamte Welt von der tragischen Liebe zwischen Romeo und Julia. Bevor die Interpretation des Barden die Geschichte international bekannt machte, war der Stoff von den beiden hoffnungslosen jungen Romantikern bereits in ganz Italien bekannt und wurde mehrfach adaptiert. Eine der beliebtesten Theateraufführungen, Giulietta e Romeo von Luigi Scevola, stammt aus dem Jahr 1818. Sie diente Vincenzo Bellini als Inspiration für die Komposition seiner äußerst beliebten Oper I Capuleti e i Montecchi, die am 11. März 1830 im venezianischen La Fenice uraufgeführt wurde. Das Teatro Costanzi in Rom belebt jetzt die Arbeit, die Bellini umfänglich bekannt machte.

    Der Erfolg von I Capuleti e i Montecchi kam zu einem entscheidenden Zeitpunkt für den mit sich und den Umständen ringenden italienischen Komponisten. Seine früheren Bühnenarbeiten waren kritisch und kommerziell unterdurchschnittlich aufgenommen worden, der venezianische Winter war außerordentlich hart und er und sein Librettist Felice Romani standen unter enormem Zeitdruck, um das Projekt abzuschließen. Trotz der vielen Schwierigkeiten und einschränkenden Faktoren gelang es Bellini dennoch, auf Gold zu stoßen. Die Partitur zeichnet sich durch Emotionalität und eine ausgeprägte Schärfe aus, die die herzzerreißende Handlung wunderbar ergänzt.

    I Capuleti e i Montecchi präsentiert die bekannte Geschichte von Romeo und Giulietta, ändert jedoch den Kontext von der Version Shakespeares. Die rivalisierenden Parteien sind keine Familien, sondern die Welfen und Ghibellinen, zwei veronesische politische Fraktionen, entschieden in ihrer Gegnerschaft. Als die verbotene Romanze zu erblühen beginnt, führen Giuliettas Verbundenheit zu Tebaldo und die sich verschärfenden Zusammenstöße der beiden Parteien zu einem spektakulären und hitzigen Höhepunkt. Bellinis Partitur spielt eine aktive Rolle bei der Steigerung der Spannung und Ungewissheit, die die explosive Mischung aus politischer Intrige und Herzensangelegenheiten umgibt. Zuweilen sanft und melodisch, kann sich die Klanglandschaft schnell in ein bombastisches Crescendo verwandeln und das Publikum gespannt an den Rändern ihre Sitze halten. Das Opernhaus von Rom lässt einen echten italienischen Klassiker wieder aufleben.




    image Silvia Lelli / Teatro dell'Opera di Roma