Oper und Konzerte in Rom




    La Cenerentola, Oper von G. Rossini

    La Cenerentola, Oper von G. Rossini

    Obwohl La Cenerentola auf Charles Perraults Märchen basiert, gibt es keine gute Fee, keine Kürbiskutsche und keine gläsernen Schuhe. Indem der große Meister der italienischen Oper Gioachino Rossini auf alle magischen Elemente verzichtet, schafft er stattdessen eine glaubhafte Geschichte.

    Auch wenn Rossini erklärte, dass er keine bloße Kopie von Perraults Cendrillon schaffen wollte, scheint es wahrscheinlich, dass die Neuerzählung dem Komponisten von den Begebenheiten der Theater des frühen 19. Jahrhunderts aufgezwungen wurden. Umso erstaunlicher ist die Vermutung Jacopo Ferrettis, Rossinis Librettist und der Komponist selbst haben das Stück überarbeitet, weil das Publikum in Rom keine Geschichten für Kinder gemocht habe.

    Angelina, La Cenerentola, ist eine Waise und die Stieftochter Don Magnificos. Sie lebt in einem baufälligen Schloss mit ihrem Stiefvater und zwei Stiefschwestern, Clorinde und Tisbe. Angelina ist dort nicht viel mehr als eine Bedienstete der Familie. Prinz Ramiro soll eine Frau finden, um die Thronfolge seines Vaters antreten zu können und Don Magnifico weiß, dass das Schicksal seiner Familie nur zum Guten gewandt werden kann, sofern eine seiner Töchter das Herz des Prinzen zu gewinnen vermag.

    Aber es ist Angelina, La Cenerentola, in die sich der Prinz verliebt. Sein Erzieher Alidoro hat gerade entdeckt, dass aufgrund ihrer Liebenswürdigkeit und ihres guten Charakters allein Angelina die Zuneigung des Prinzen verdient. Als sie sich treffen, wählt Angelina Ramiro nicht deswegen, weil er ein Prinz ist. Er wiederum gibt sich als Diener namens Dandini aus, darauf bedacht, nicht wegen seines Reichtums, sondern um seiner selbst Willen geliebt zu werden.

    Rossini legte in gewisser weise Bescheidenheit an den Tag, als er selbst seine Version Cinderellas als Dramma giocoso bezeichnet hat, aber die Oper beinhaltet zudem eine überwältigende Allegorie auf die menschliche Natur: Was zählt, ist unser Inneres und nicht, was wir im Laufe unseres Lebens erwerben oder besitzen.

    Zu seiner Premiere am Teatro Valle in Rom am 25. Januar 1817 trug La Cenerentola den alternativen Titel La bontà in trionfo (Sieg des Guten). Das Gute siegt in Rossinis und Ferrettis hervorragender Wiedererweckung des klassischen Märchens in der Tat und kehrt nun zurück nach Rom, und diesmal an das Opernhaus Roms – Teatro dell’Opera di Roma.




    image Silvia Lelli / Teatro dell'Opera di Roma