Oper und Konzerte in Rom




    Idomeneo, re di Creta, Oper von W. A. Mozart

    Idomeneo, re di Creta, Oper von W. A. Mozart

    Wolfgang Amadeus Mozart hatte schon nicht weniger als neun Opern komponiert, bevor er 25 wurde, doch zweifellos ist diejenige, welche ihm den echten Eintritt in das Genre verschaffte, Idomeneo, rè di Creta. Beauftragt von Karl Theodor, dem Kurfürsten von Bayern, hatte die Oper am 29. Januar 1781 am Cuvilliés-Theater in München aufgeführt. Mehr als zwei Jahrhunderte später ist Mozarts erster großer Erfolg noch immer frisch und aufregend und die Gäste des Römer Opernhauses können sich auf etwas ganz Besonderes freuen.

    Um die Story der Oper zu entwerfen, tat sich Mozart mit Gianbattista Varesco zusammen, einem in Salzburg ansässigen Kaplan. Die beiden überarbeiteten ein früheres Libretto, das schon vom französischen Komponisten André Campra in den 1710er Jahren verwendet worden war. Die Verbindung zu Frankreich zieht sich wie ein roter Faden durch Mozarts Idomeneo, sowohl musikalisch als auch strukturell. Obwohl es im Allgemeinen als eine Opera seria klassifiziert wird, übertritt das Werk die steifen Konventionen des Genres und brilliert mit dem typischen Einfallsreichtum des österreichischen Komponisten und mit seinem leidenschaftlichen Sinn für die Melodie.

    Der Titel der Oper lautet übersetzt “Idomeneus, König von Kreta” und erzählt die Geschichte der Heimkehr des Regenten aus dem Trojanischen Krieg. Als stürmisches Wetter über sein Schiff hereinbricht, betet Idomeneo zum Meeresgott Neptun um Errettung und verspricht, das erste Lebewesen, dem er an Land begegnet, zu seinen Ehren zu opfern, wenn er das Schiff des Königs verschont. Unglücklicherweise ist die erste Seele, auf die Idomeneo trifft, Idamante, sein eigener Sohn und dies stellt die dramatische Wendung des Plots dar.

    Während Idomeneo mit dem Gedanken daran ringt, sein eigenes Kind zu töten, kämpfen zwei Frauen mit ihrer Liebe für Idamante. Prinzessin Ilia aus dem kürzlich geschlagenen Troja und Prinzessin Elettra von Argos müssen sich ihrer Gefühle klar werden und danach handeln, bevor es zu spät ist. Während Neptuns Ärger größer wird, sieht sich die wahre Liebe dem ultimativen Test ausgesetzt.

    Idomeneos legendärer Plot verlangte nach einer ähnlich epischen Partitur und Mozart lieferte diese auf spektakuläre Art und Weise. Der junge Komponist schrieb mit dem herausragenden Hoforchester des Kurfürsten im Kopf und so konstruierte er instrumentale Passagen, die die konservative Welt der Oper des 18. Jahrhunderts selten zuvor gehört hatte. In einem mit mystischen Schlachten, Seeungeheuern, Göttern und Liebenden gefüllten Libretto, stellen Mozarts funkelnde orchestrale Passagen die Verbindung und bringen das intensive Drama voran.

    Man kann durchaus sagen, dass Idomeneo ihrer Zeit voraus war. Sie ist nach wie vor ein brillantes Schaustück aus Mozarts Reifezeit und das Publikum im Teatro Costanzi in Rom wird das zu würdigen wissen!




    image Silvia Lelli / Teatro dell'Opera di Roma