Oper und Konzerte in Rom

Terme di Caracalla


Poltronissima, € 98
Settore A, € 73
Settore B, € 48
Settore C, € 37



Romeo and Juliet, Ballet von S. Prokofjew

Romeo and Juliet, Ballet von S. Prokofjew

Nach seiner Rückkehr in die Sowjetunion im Jahr 1936, nach fast zwei Jahrzehnten im selbst auferlegten Exil, war Sergei Prokofjew dazu entschlossen, ein starkes Statement abzugeben. Er akzeptierte einen Auftrag des Kirow-Theaters in Leningrad an (heute das Mariinski-Theater in St. Petersburg), ein Ballett zu schreiben und er hatte die volle Absicht, es überlebensgroß zu machen. Mit diesem Ziel vor Augen zog Prokofjew mehrere starke, epische Erzählungen in Betracht, so wie Tristan und Isolde oder Pelléas et Mélisande. Doch statt es mit Richard Wagner oder Claude Debussy aufzunehmen, entschied sich der russische Meister letzten Endes dazu, sein sowjetisches Comeback auf Shakespeares Romeo und Julia basieren zu lassen, die wohl bekannteste tragische Liebesgeschichte aller Zeiten.

Nachdem er sein Quellenmaterial ausgewählt hatte, produzierte Prokofjew rasch eine kommentierte Pianopartitur, die bereits die bekanntesten Motive des Balletts enthielt. Es ist festzuhalten, dass der Komponist und sein Autor Adrian Piotrowski die Originalgeschichte Shakespeares sehr frei auslegten. Am wichtigsten dabei ist sicher, dass sie sich für ein Happy End entschieden, in dem Romeo und Julia am Leben bleiben und in ihr Glück tanzen. Wegen der anhaltenden politischen Repressionen gegen die sowjetische Kulturszene in den Jahren 1936-1937 fand die Premiere von Romeo und Julia am 30 Dezember 1938 in Brünn in der Tschechoslowakei statt.

Obwohl Romeo und Julia gleich nach der irgendwie verunglückten Premiere zum Erfolg wurde, war die sowjetische Zensur unerbittlich und zwang Prokofjew dazu, zahlreiche Veränderungen sowohl an der Musik als auch an der Handlung umzusetzen. Als Ergebnis daraus ist die Version, die 1940 am Kirow-Theater debütierte, näher an Shakespeares Original und enthält das klassische, tragische Ende. Diese finale Inkarnation von Prokofjews Romeo und Julia wird in dieser Spielzeit die Bühne der Caracalla-Thermen in Rom bereichern.

Obwohl Sergei Prokofjew eine unerwartete und schmerzhafte Begegnung mit sowjetischer Zensur und politischer Intrige hatte, hielt ihn das nicht davon ab, das klassische Ballett zu schaffen, das er sich vorgestellt hatte. Die Musik zu Romeo und Julia ist eines der bewegendsten und am leichtesten zu erkennenden Werke des Komponisten. Besonders bekannt ist sie wahrscheinlich wegen der wälzenden, bedrohlichen Arpeggios des 'Dance of the Knights', wegen des berauschenden, himmlischen 'Love Dance' zwischen Romeo und Julia oder wegen des tragischen Themas zu 'Juliet's Funeral'.

Zwischen den musikalischen und emotionalen Extremen sind Prokofjews Komposition und Orchestrierung hier ein Meisterwerk an Charakterisierung und stylistischer Variabilität. Die unterschiedlichen Charaktere bekommen jeweils eine deutlich unterschiedliche, atmosphärische Behandlung - die Melodien der Liebenden erheben sich und treffen direkt ins Herz, die Szenen der streitenden Familien werden von marschähnlichen Motiven akzentuiert und die komischen Charaktere tanzen zu angemessen schrulligen Melodien. Trotz aller Hindernisse ist Sergei Prokofjews Romeo und Julia ein zeitloses Meisterwerk und Sie können es einmal mehr in den Caracalla-Thermen zum Leben erwachen sehen!




image Baths of Caracalla (Terme di Caracalla) / Photo by C.M. Falsini