Oper und Konzerte in Rom

Teatro dell'Opera di Roma


I (Palchi centrali plt 1-2 Ord avanti), € 207
II (Poltronissime di Platea), € 195
III (Poltrone di Platea), € 183



Orfeo ed Euridice, Oper von C. W. Gluck

Orfeo ed Euridice, Oper von C. W. Gluck

Die erbarmenswerten Schreie eines jungen Mannes über den Tod seiner einzig wahren Liebe erschallen als ein Echo, während ein Begräbnischor langsam eine Trauermelodie zum Klingen bringt. Christoph Willibald Gluck gewinnt schon ganz am Anfang seiner monumentalen Oper Orfeo ed Euridice die Aufmerksamkeit des Publikums und behält sie, bis der letzte Takt verklungen ist. Das einfallsreiche und dramatisch avantgardistische Werk kommt auf der Bühne des Teatro Costanzi in Rom zu neuem Leben.

Gluck war ein Komponist mit bemerkenswert dramatischem Flair und einer lebendigen Vorstellungskraft, der sich von den strengen Regeln der italienischen Opera seria des 18. Jahrhunderts immer eingeengt gefühlt hatte. In seinem Werk über Orfeo ed Euridice, verlangte es ihn danach, sich von den Mustern loszusagen, die das Genre dominierten und jeden Ansatz von Innovation zunichte machten. Gluck stellte sich eine dynamischere und fließendere Art von musikalischem Drama vor, dem es erlaubt ist, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu fließen und neue Wege der Handlungsentwicklung und Erzähltechniken zu erschließen.

Bei seiner Suche nach einer Neuerfindung der Oper fand Gluck seinen kreativen Gefährten mit dem Librettisten Ranieri de’ Calzabigi, der ein herausragend talentierter Dichter und wie er ein Kämpfer für eine künstlerische Reformation war. Die beiden Männer richteten den Blick auf die mythologische Geschichte des fantastischen Sängers Orpheus, der in die Hölle einfährt, um Eurydice zurückzugewinnen; die Liebe seines Lebens, die ihm zu früh genommen worden war.

Daher ist Orfeo ed Euridice Glucks erster und tiefgreifendster Versuch einer Opernreform. Mit de’ Calzabigis inspirierter, ausdrucksvoller Dichtung und dem zu einer ähnlich bewegenden und kraftvollen Partitur gesetzten Libretto ist diese Oper sowohl ein Kunstwerk als auch das Statement eines Erneuerers; eines Erfinders, der in seinem ganz eigenen Genre arbeitet. Sogar zweieinhalb Jahrhunderte später behält das musikalische Drama seine Frische und seinen Charme, wie Gäste des Römer Opernhauses erfreut erleben dürfen.

Das wichtigste Ziel von Glucks Opernreform war es, die künstliche Komplexität und Füllinhalte loszuwerden und sowohl das Libretto als auch die Musik der Entwicklung des Dramas und der Handlung dienen zu lassen. Orfeo ed Euridice ist ein herausragendes Beispiel für diese Herangehensweise: überlebensgroße Chöre wechseln sich in schneller Folge ab mit Orfeos ergreifenden Arien und Rezitativen und die Orchestrierung hilft mit sorgfältig kreierten Passagen und einer Vielzahl instrumentaler Soli dabei, die Handlung voranzubringen.

Orfeo ed Euridice feierte ihre Premiere am 5. Oktober 1762 im Wiener Burgtheater und eroberte Europa schnell im Sturm. Sie wird bis heute aufgeführt.




image Silvia Lelli / Teatro dell'Opera di Roma