Oper und Konzerte in Rom

Teatro dell'Opera di Roma


I (Palchi centrali plt 1-2 Ord avanti), € 90
II (Poltronissime di Platea), € 90
III (Poltrone di Platea), € 84
IV (Palchi Centrali plt 1-2 ord dietro), € 72
V (Palchi Laterali plt 1 Ord avanti), € 72



Oedipus Rex, Opera von I. Strawinsky

Oedipus Rex, Opera von I. Strawinsky

Als ein Teil der berühmten neoklassizistischen Periode von Igor Strawinsky repräsentiert Oedipus Rex eine Zeit großer Vorstellungskraft und bedeutenden Schaffens im Leben des Komponisten. Die altgriechische Tragödie von Sophokles war für ihn eine derart große Inspiration, dass die erste Inszenierung des Opernoratoriums ursprünglich im griechischen Original stattfinden sollte. Die Idee wurde jedoch letztlich verworfen. Stattdessen schuf Jean Cocteau ein französisches Libretto auf der Grundlage des Stücks, das dann von Bruder Jean Daniélou ins Lateinische übersetzt wurde. Oedipus Rex wurde am 30. Mai 1927 im Théâtre Sarah Bernhardt in Paris als einfaches Oratorium von Strawinskys Partitur ohne Inszenierung oder Schauspiel uraufgeführt. Eine Opernproduktion wurde am 23. Februar 1928 an der Wiener Staatsoper aufgeführt. Das römische Teatro Costanzi kehrt nun zu dem neoklassizistischen Juwel zurück, das Strawinskys Oedipus Rex repräsentiert.

Der Aufbau des Opernoratoriums folgt der altgriechischen Tradition. So finden wir einen Erzähler, der uns in die Ursprünge und in die aktuelle Lage des Dramas einführt und uns dabei hilft, die Handlung auf der Bühne zu verstehen. Er ist unser allsehendes Auge für die Motivation und die inneren Welten der Charaktere. Die Handlung spielt in der alten, von der Pest heimgesuchten Stadt Theben. Laut des Orakels von Delphi ist die Pest die Strafe der Götter für den Mord an Laios, dem alten König von Theben, und wird so lange andauern, bis dessen Mörder gefunden und vor Gericht gestellt wird. Der aktuelle König Ödipus verfolgt die Jagd nach dem mysteriösen Mörder. Bei jedem Schritt deckt er schockierende Geheimnisse, Täuschungen und Verrat auf. Sie führen ihn langsam aber sicher zu einer unglaublichen, zerstörerischen Offenbarung, die ihn zu einem tragischen Untergang führen wird.

Mit Oedipus Rex erreicht Strawinsky eine harmonische Verbindung der altgriechischen Theatralik mit der musikalischen Sensibilität des 20. Jahrhunderts. Die alten Konventionen der Erzählweise und die dramatischen Funktionen des Chors sind noch vorhanden, aber die fantasievolle Komposition und der unnachahmliche Hang des Komponisten zur Operndramatisierung erfrischen und modernisieren sie auf überzeugende Weise. Klassisches und zeitgenössisches Musikvokabular fließen gemeinsam in die Orchestrierung ein, und Kenner des Lateinischen werden während der gesamten Aufführung viele respektlose Kontrapunkte zwischen Text und Musik entdecken. So hat das Teatro dell'Opera di Roma einen beeindruckenden Eintrag aus Strawinskys dichtem neoklassischen Katalog ausgewählt.




image Silvia Lelli / Teatro dell'Opera di Roma