Oper und Konzerte in Rom




    Madama Butterfly, Oper von G. Puccini

    Madama Butterfly, Oper von G. Puccini

    Ein flüchtiger Blick auf die Titelseite von beinahe jedem Programm für Madama Butterfly und es wäre ein leichtes, Giacomo Puccinis sechste Oper als eine am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts stehende Kuriosität abzutun; eine stilisierte Vision von Japan, zusammengestellt für europäische Augen. Doch heute, wenn uns so wenig davon fremd bleibt, hat die Musik von Madama Butterfly, ein bemerkenswertes musikalisches Zusammenwirken von Ost und West, noch immer die Macht dazu, unsere Phantasie zu erfassen.

    Verismo und Exotik waren in vielerlei Hinsicht eine seltsame Mischung. Wie konnte alles, was ungewohnt war, real erscheinen? Puccini hatte jedoch das Glück, Menschen um sich zu haben, denen ebenso daran gelegen war wie ihm selbst, Madama Butterfly zum Leben zu erwecken. Nicht nur hatte er der Frau des japanischen Botschafters in Italien zu danken, die ihn nicht nur mit den Volksliedern ihres Landes bekannt machte, sondern diese auch für ihn sang, sondern auch einem seiner Librettisten, Luigi Illica, der die lange Reise nach Japan unternahm, um seine eigenen Studien über die Inseln zu betreiben.

    Die Geschichte von Madama Butterfly ist erfüllt von Tragik und gebrochenem Herzen. Die Heldin, Cio-Cio-San, ist eine junge Geisha, die sich in einen amerikanischen Marineleutnant namens Pinkerton verliebt. Um ihn zu heiraten, verzichtet sie auf ihren Glauben und bringt damit Schande über ihre Familie. Als seine Dienstzeit zu Ende geht, hegt sie die Überzeugung, dass er eines Tages zu ihr zurückkehren wird wie auch zu ihrem kleinen Sohn, den sie ihm geboren hat. Drei Jahre später kehrt Pinkerton tatsächlich zurück – mit einer neuen Frau – um Anspruch auf sein Kind zu erheben.

    Cio-Cio-Sans Arie Un bel dì, vedremo ist wohl Madama Butterflys bekannteste Musikstück, doch ist das erweiterte Liebesduett am Ende des ersten Aktes das vielleicht erstaunlichste Stück der Oper. Wenn Orchester und Sänger gleichermaßen die Chromatik von Ancora un passo wiederholen, wird das Publikum an einen anderen Ort geführt; einer, der nicht unserer normalen Realität entspricht, der jedoch dennoch die volle Kontrolle über unsere Emotionen übernimmt.

    Uraufgeführt am 17. Februar 1904 an der Mailänder Scala und auch heute noch eines der am häufigsten aufgeführten Arbeiten im Spielplan der Opern, ist die Aufführung des Teatro dell'Opera di Roma von Madama Butterfly gegenüber der außerordentlichen Skyline der Thermen des Caracalla (Terme di Caracalla) eine Erfahrung, für das das Genre der Oper geschaffen wurde.