Oper und Konzerte in Rom

Teatro dell'Opera di Roma


III (Poltrone di Platea), € 180



Luisa Miller, Oper von G. Verdi

Luisa Miller, Oper von G. Verdi

Luisa Miller wurde wahrlich nicht unter den günstigsten Umständen zum Leben erweckt. Giuseppe Verdi war immer der politische Aktivist und Patriot gewesen und hatte im Sinn gehabt, ein revolutionäres Stück zu schaffen, das die italienischen Aufstände von 1848 widerspiegelte, doch das Establishment Neapels und seiner Zensoren wollten davon nichts wissen. Frustriert mussten der große Komponist und der Librettist Salvatore Cammarano eine komplette Kehrtwende vollziehen und ein völlig unpolitisches Thema wählen: verschlungene Liebes- und familiäre Beziehungen, gepaart mit dynastischer Intrige, nach dem Stück Kabale und Liebe von Friedrich Schiller. Luisa Miller entpuppte sich nun wider Erwarten als erfolgreiche tragische Oper, wie das Publikum im Teatro Costanzi in Rom mit Sicherheit feststellen wird.

Die Härte der neapolitanischen Zensoren frustrierte Verdi so sehr, dass er nie wieder eine Oper in dieser Stadt produzierte. Um die Akzeptanz des Werkes sicherzustellen, strich Cammarano sämtliche politische und soziale Kommentare, die Schillers Originaltext enthielt, und konzentrierte sich stattdessen auf die familiären und romantischen Beziehungen. Wie um seine Unzufriedenheit mit dem Mangel an kreativer Kontrolle über sein eigenes Werk zu kanalisieren, komponierte Verdi einige seiner aufrührerischsten und emotionalsten Arien und Duette. Was die Zensoren nicht anfassen konnten, war die erfinderische und kraftvolle Partitur des Komponisten, die Luisa Miller seit ihrer Premiere am 8. Dezember 1849 im Teatro San Carlo in Neapel zu einem Opernliebling machte.

Täuschung, Liebe und Intrigen am Hof bestimmen die Handlung der Oper. Graf Walters Sohn Rodolfo gibt sich als Carlo aus und beginnt eine Beziehung mit Luisa Miller. Die Patriarchen der beiden Familien lehnen die Verbindung der beiden jungen Leute nachdrücklich ab. Der Graf verhaftet die Millers, doch ein wütender Rodolfo droht, ein eigenes dunkles Geheimnis öffentlich zu machen, das ihn seinen Thron kosten würde, sollte Luisa nicht freigelassen werden. Walter muss sich fügen, aber er ist hartnäckig in Bezug auf die Hinrichtung des alten Miller. Als liebende Tochter kann Luisa das nicht zulassen. Die Tragödie erreicht einen schockierenden und verheerenden Höhepunkt, den Verdis inspirierte Musik auf höchst eindrückliche Weise begleitet.




image Silvia Lelli / Teatro dell'Opera di Roma