Oper und Konzerte in Rom

Teatro dell'Opera di Roma


I (Palchi centrali plt 1-2 Ord avanti), € 162
II (Poltronissime di Platea), € 156
III (Poltrone di Platea), € 143



La Traviata, Oper von G. Verdi

La Traviata, Oper von G. Verdi

Giuseppe Verdis La Traviata führte die Meisterschaft italienischer musikalischer Komposition zu neue Höhen. Uraufgeführt am Teatro La Fenice in Venedig am 6. März 1853 war La Traviata mit keiner anderen Oper, die bis dato existierte, zu vergleichen. Es handelt sich um ein wahrhaft revolutionäres Werk, das erste seiner Art, das eine Protagonistin von geringem Stand und Ansehen wählte: eine Kurtisane. In einem Zeitalter, in dem sogenannte Gentlemen danach trachteten ihre illegitimen Beziehungen zu verheimlichen, hielt ihnen La Traviata die hässliche Bigotterie einer vermeintlich höfischen Gesellschaft vor Augen. Kein Wunder also, dass der Zensor von Verdi verlangte, er solle die Handlung von der von ihm bevorzugten zeitgenössischen Umgebung in das entferntere und sicherere 18. Jahrhundert verlegen.

Geschrieben zum Libretto Francesco Maria Piaves basiert die Handlung von La Traviata auf Alexandre Dumas Roman und Theaterstück Die Kameliendame: Der junge Aristokrat Alfredo Germont ist hoffnungslos in Violetta Valéry, La Traviata, verliebt. Alfredos Vater Giogio fürchtet um das Ansehen seiner Familie und drängt Violetta, das Verhältnis zu seinem Sohn aufzulösen. Dumas, Piave und Verdi überließen es, indem sie einen Text voller Leerstellen schufen, dem Empfinden ihren Rezipienten, ob Violettas Entscheidung, der Forderung Giogios nachzugeben auf deren Liebe zu Alfredo beruht, oder, ob sie sich nicht traute, mit den Konventionen ihrer Zeit zu brechen.

Vielleicht, weil die Handlung von Dumas auf einer Persönlichkeit aus dem wahren Leben, der berüchtigten Marie Duplessis beruht, in die der Autor vernarrt gewesen sein muss, wird die Handlung von La Traviata vor allem durch seine Plausibilität bestimmt. Zwar war es noch immer ein Werk der Romantik, doch die Oper zeigt bereits einen Hauch des eigentlich erst Jahrzehnte später aufkommenden Verismus, der die Essenz der Werke des großen Giacomo Puccini darstellt. In La Traviata wichen die eindimensionalen Rollen der italienischen Tradition Charakteren aus Fleisch und Blut. Verdi vermittelt kunstvoll, dass seine Musik zu jeder Zeit einen Beitrag zur Handlung leistet. Selbst die Koloraturen dienen dem Ausdruck der Gefühle Violettas und nicht allein dazu, die Virtuosität der Primadonna unter Beweis zu stellen.

Das Teatro Costanzi, Teatro dell’Opera di Roma präsentiert La Traviata, die Oper, deren Uraufführung das Publikum in Aufruhr versetzte, mit dem Mitte des 19. Jahrhunderts angesiedelten  Handlungszeitpunkts, so wie es Verdi selbst es gewünscht hatte, aber deren Realisierung zu seinen Lebzeiten jedoch nicht möglich war.




image Silvia Lelli / Teatro dell'Opera di Roma