Oper und Konzerte in Rom




    Giovanna d’Arco, Oper von G. Verdi

    Giovanna d’Arco, Oper von G. Verdi

    Giuseppe Verdis dramatische Oper Giovanna d’Arco wurde am 15. Februar 1845 in der Mailänder Scala uraufgeführt. Seitdem ist sie fester Bestandteil des Opernrepertoires, obwohl sie nicht zu den bekanntesten oder angesehensten Werken des Maestros zählt. Obwohl sie nie ein Liebling der Kritiker war, war Giovanna d’Arco beim Publikum doch stets beliebt. Ihre dramatische und musikalische Fülle zeigen Verdi in gewohnt starker Form, wovon sich Gäste des Teatro dell’Opera di Roma in Rom selbst überzeugen können.

    Der Quelltext des Dramma lirico (lyrischen Dramas) in vier Akten stammt von Temistocle Solera, einem Librettisten, der zuvor bereits andere epische Opern von Verdi vertont hatte, wie zum Beispiel den äußerst erfolgreichen Nabucco. Obwohl er die alleinige Autorschaft beanspruchte, sehen literarische Kenner signifikante Ähnlichkeiten zwischen seinem Libretto und dem Stück Die Jungfrau von Orleans von Friedrich von Schiller. Musikalisch trägt Giovanna d’Arco alle Spuren einer klassischen Verdi-Oper. Wo Soleras Charakterentwicklung endet, greift der Maestro die Porträts der Helden und Bösewichte auf und zeichnet sie mit stimmungsvollen musikalischen Themen sowie emotionsgeladenen Instrumental- und Chorpassagen weiter.

    Die meisten Zuschauer werden zumindest von der Protagonistin der Oper schon einmal gehört haben – Jeanne d’Arc, dem einfachen Mädchen, das von Gott auserwählt wurde, um im Jahre 1429 die französische Armee zum Sieg über die englischen Invasoren zu führen. Verdis Giovanna d’Arco rückt die fromme Hingabe des Mädchens an Gott, König und Land ins Rampenlicht. Parallel zu Giovannas Visionen und selbstlosen Taten der Tapferkeit erlebt das Publikum zudem Charles' Zögern, sein Land gegen den fremden Feind zu verteidigen, sowie Giacomos moralische Blindheit, die ihn dazu führt, die von Gott gegebene Mission seiner eigenen Tochter Giovanna mit der Besessenheit vom Teufel zu verwechseln. Im Teatro Costanzi in Rom werden Gut und Böse nun erneut ein episches Aufeinandertreffen erleben, basierend auf einer der größten europäischen Legenden und begleitet von Verdis herausragender Musik.




    image Silvia Lelli / Teatro dell'Opera di Roma