Oper und Konzerte in Rom

Teatro dell'Opera di Roma


III (Poltrone di Platea), € 187



Alceste, Oper von Christoph Willibald Gluck

Alceste, Oper von Christoph Willibald Gluck

Christoph Willibald Gluck hat Alceste nicht nur mit dem Ziel komponiert, eine große dramatische Oper zu schaffen – was ihm ohne Zweifel gelungen ist. Der übergeordnete Zweck des Werkes war es, das Operngenre in seiner Gesamtheit aufzurütteln. Dazu gehörte, übermäßige Stimmornamente und technische Darbietungen abzuschaffen, Rezitativen zu reduzieren, Wiederholungen zu minimieren und die Melodielinien zu vereinfachen, um ihren Fluss natürlicher zu gestalten. Während Gluck selbst sich in seinen folgenden Werken nicht ganz an sein eigenes Manifest halten sollte, ist Alceste doch ein seltenes Beispiel für die Kraft des Einfachen, für die der Komponist seinerzeit eintrat. Nach der Uraufführung am 26. Dezember 1767 am Burgtheater in Wien erfuhr die Oper zwar mehrere Bearbeitungen, ihre Wirkungskraft blieb jedoch erhalten. Das Teatro dell’Opera di Roma bringt Alceste in dieser Saison nach Rom.

Die Geschichte der Oper geht auf das antike Griechenland und das Drama Alkestis von Euripides zurück. Das italienische Libretto, das Ranieri de’ Calzabigi zu verdanken war, blieb dem Original weitestgehend treu und erzählte die Geschichte des Königs Admeto von Thessalien und dessen Frau Alceste. Der König scheint auf seinem Sterbebett zu liegen, und die Bevölkerung des Königreichs ist in Not. Das Orakel im Tempel des Apollon verkündet, dass das Leben des Herrschers verschont werden kann, wenn eine andere Person sich anbietet, an seiner Stelle zu gehen. Während die Menge die Aussage noch immer interpretiert, beginnt Alceste, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, das Leben ihres Mannes gegen ihr eigenes einzutauschen und ihre Kinder zurückzulassen. Als Admeto ganz plötzlich zu alter Gesundheit zurückfindet, ist klar, dass jemand den verhängnisvollen Handel mit den Göttern eingegangen ist, doch kann es wirklich möglich sein, dass Apollo das Liebespaar auseinanderreißt?

Glucks Manifest für eine Reinheit der Oper findet eine überzeugende Illustration in Alcestes Partitur. Die Melodien fließen natürlich, die Orchesterpassagen sind auf das Bühnengeschehen abgestimmt, Text und Musik sind meist frei von überflüssiger Auffälligkeit oder störenden Wiederholungen. Das Teatro Costanzi ist in dieser Saison Gastgeber eines wahren Gluck-Klassikers.




image Silvia Lelli / Teatro dell'Opera di Roma